Schulverbandssitzung am 27.10.2021 – Luftqualität in Klassenzimmern

Auf der heutigen Schulverbandssitzung wurde unter anderem der Agendapunkt „Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität in Innenräumen; Festlegen der weiteren Vorgehensweise“ behandelt. Bereits auf der Elternversammlung am 25.10. wurde das Thema Luftreinigungsgeräte leidenschaftlich diskutiert. Der Schulverandsvorsitzende, Bürgermeister Michael Reiter, erläuterte den aktuellen Stand und das weitere Vorgehen. Wie bereits auf Kreisebene beschossen, und wie der Presse entnehmbar war,  werden mobile Luftreinigungsgeräte nicht favorisiert. Angeführte Kernargumente gegen die mobilen Filteranlagen:

– an der Lüftungshäufigkeit /-dauer ändert sich nichts, d.h. die Lüftungsvorgaben ändern sich in diesem Punkt trotz Beschaffung mobiler Luftreiniger nicht

– die mobilen Luftreiniger sind sehr laut

– Nutzen und Nachhaltigkeit zweifelhaft

Der Schulverband ist jedoch an einer nachhaltigen Verbesserung der Luftqualität interessiert und favorisiert dezentrale Raumlufttechnische Anlagen (RLT). Konkret sind das in den Fenstern/Oberlichtern integrierte Lüftungsanlagen, die für den nötigen Luftaustausch der Klassenzimmerluft mit der frischen Außenluft sorgen. Vorteile hierbei sind:

– Lüftungspflicht über Fenster entfällt (sofern die technischen Voraussetzungen erfüllt werden – Austauschvolumen pro Stunde)

– Virenreduzierende Filter sind nicht notwendig

– integrierte Wärmerückgewinnung, d.h. die eintretende Frischluft wird mit der Energie der ausgetauschten Raumluft erwärmt. Zu einem späteren Zeitpunkt ist eine Stromversorgung über die hauseigene Photovoltaikanlage denkbar. Im Sommer ist eine Kühlung der Räume in den Nacht-/Morgenstunden möglich

– Nachhaltige Lösung, die auch ihren Nutzen in Post-Corona Zeiten beibehalten wird

– Förderhöhe liegt bei 80%, bis maximal 500.000€ (im Vergleich zu Luftreinigern: 50% jedoch gedeckelt bei 1750€ und nur ein Gerät pro Klassenzimmer – da mobile Geräte deutlich teurer sind, kommt man am Ende nur auf eine effektive Förderhöhe von 15-20%)

zeitlicher Horizont: bis Ende des Jahres läuft die Förderfrist, also für die formale Einreichung des Fördervorhabens. Die erforderlichen Schritte über Beauftragung eines Planungsbüros und Ausschreibung lassen keinen Zweifel daran, dass bzgl. Luftqualität und Lüftungskonzept in diesem Winter keine Verbesserung zu erwarten ist. Die Vertreter des Bauamts schätzen den Zeitrahmen für eine Realisierung eher bis Sommer 2022. Der Schulverband machte jedoch klar, dass die skizzierte Planung so schnell wie möglich umgesetzt werden soll. In Summe wird für 42 Klassenzimmer geplant. Erschwerend kommt hinzu, dass die Elektrounterverteilung in den Klassenzimmern nicht für eine derartige Erweiterung der el. Verbraucher ausgelegt war und entsprechend erweitert werden muss. Eine Kritik an der Trägheit der Entscheidungsfindung, mit Verweis auf die Ungeduld vieler in der Schulfamilie konnte ich mir nicht verkneifen.

Der Beschlussvorschlag bzgl. des skizzierten Vorgehens wurde von den Schulverbandsmitgliedern einstimmig angenommen.

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